Interpretation des Ulmer Hocker

»Zwei senkrechte Bretter, ein waagerechtes, die drei fest verzahnt, von einem runden Holzstab unten zusammengehalten« Der Hocker nach einem Entwurf von Max Bill (1954) ließ sich preiswert, mit einfachen Mitteln und aus gewöhnlichen Materialien herstellen. Er war robust, verhältnismäßig leicht und vielfältig einsetzbar. Er konnte als Sitzmöbel, Beistelltisch und Regalelement genutzt werden, zugleich aber auch als Transportbehältnis, Serviertablett oder als pultartiger Tischaufsatz dienen. Er gilt zu Recht als funktionalistisches und minimalistisches Meisterwerk. die klare, geometrisch bestimmte Formensprache weist zurück auf das Bauhaus.
Dem Prinzip der Einfachheit folgend entschied ich mich dafür den Hocker zu verschrauben. Somit war weder eine Werkstatt noch präzise Werkzeuge nötig um den Hocker zu fertigen. Anstelle eines Rundstabes – übernimmt einen Steg die aussteiffende Funktion – was ohne professionelle Werkzeuge fast unmöglich erscheint. Der Hocker ist das einfachste und schlichteste Möbel, welches ich mir für unter 10 Euro in 60 Minuten bauen kann. Besser als jeder Beistelltisch vom Schwedischen Einrichtungshaus.
Werkzeug: Akkuschrauber, 2-3mm Bohrer, Senkkopf, Bits, Sandpapier 400, Metermaß und Bleistift
Material: 2x 450mm*285mm; 1x 370mm*285mm; 1x 370mm*100mm; Alles in 15mm Starkem Multiplex Schichtholz; 10 Holzschrauben
Vorgehensweise: Mit Sandpapier die Kanten brechen und die Oberfläche glätten. Bohrlöcher anzeichnen, bohren (komplett vorbohren, damit das Holz nicht gesprengt wird) und mit dem Senkkopf vertiefen. Seitenteil mit Sitzfläche verschrauben, dann anderes Seitenteil festschrauben. Unteren Steg einsetzen und verschrauben. Endschliff mit Sandpapier. Fertig. Ich würde mich freuen, wenn jemand meine Anleitung befolgt, verbessert oder interpretiert.